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Sammler – Horter – Messie

Zuviele Dinge aufbewahren ist nicht gut. Aber zu viel fortwerfen auch nicht. Wir sollen sorgfältig mit unseren Dingen umgehen wie früher. Das sehe ich auch so mit den Kleidern. Warum weggeben, wenn sie noch gut sind, aber einfach nicht sitzen oder aus der Mode sind? Bringen Sie die Kleidungsstücke mir, ich passe Sie Ihnen an.

Lesen Sie den Zeitungsartikel vom Anzeiger des Bezirks Affoltern vom Dienstag, den 28. Juli 2015

Sammler_Horter_Messie

Clean Clothes Campaign – Als KonsumentIn selber aktiv werden

Es gibt viele Möglichkeiten für Sie als KonsumentIn und BürgerIn, sich gegen die ausbeuterischen Bedingungen in der Textil- und Bekleidungsindustrie zu wehren. Hier eine kleine Liste an Ideen:

Bewusst einkaufen
• Beginnen Sie Ihren Einkauf bei Unternehmen, die sich zur Bezahlung eines Existenzlohnes verpflichten und ein ernsthaftes Engagement für bessere Arbeitsbedingungen dokumentieren.
• Überdenken Sie die verbreitete Wegwerfmentalität, geben Sie besserer Qualität und gut kombinierbaren Basics bzw. Klassikern den Vorrang. Suchen Sie sich dauerhafte Lieblingsstücke.
• Entscheiden Sie bewusst, wie oft Sie einkaufen und was Sie wirklich brauchen, lassen Sie sich nicht von kurzlebigen Fashion–Trends lenken. Eine Einkaufsliste, die Sie einmal im Jahr nach einem Blick in den Kleiderschrank machen, kann eine gute Hilfe sein.
• Verzichten Sie auf billige Schnäppchen – Ausverkaufsware sind keineswegs immer Ladenhüter, sondern werden in vielen Fällen extra für den „Sale“ produziert.
• Bevorzugen Sie bei Baumwollprodukten Kleider und Textilien aus biologisch angebauter und/oder fair gehandelter Baumwolle.
• Lassen Sie sich nicht von Labels verwirren: Bis heute gibt es kein Label, das faire Arbeitsbedingungen und Existenzlöhne garantieren kann. Labels machen v.a. Aussagen zum verwendeten Rohstoff (z.B. Biobaumwolle), zur Schadstofffreiheit (z.B. Ökotex 100) oder zu Umweltfragen (z.B. EU Ecolabel). Labels, die von unabhängigen Stellen überprüft werden, sind generell glaubwürdiger als firmeneigene Labels.

Sorgfältig tragen
• Tragen Sie Ihre Kleider lange – Textilien sind keine Wegwerfwaren. Auch im billigsten T-Shirt stecken natürliche Ressourcen und harte Arbeit.
• Waschen Sie ihre Kleider schonend und bei niedriger Temperatur. In die Waschmaschine nach einmaligem Tragen? Muss nicht sein – manchmal hilft auch schon auslüften.
• Verzichten Sie aufs Tumblern – der Umwelt und den Kleidern zuliebe.

Sich engagieren
• Teilen Sie Ihr Wissen und Ihre Erfahrung. Erzählen Sie ihren FreundInnen, ihrer Familie und am Arbeitsplatz, wie die harte Realität der Kleiderproduktion aussieht, und wie einfach es heute ist, saubere Alternativen zu wählen.
• Sensibilisieren Sie in Ihrem Umfeld für die Anliegen und Forderungen der Clean Clothes Campaign.
• Fragen Sie im Laden nach den Produktionsbedingungen, sagen Sie, dass Ihnen das wichtig ist. Informieren Sie sich auch auf anderen Wegen (Website, Email, Brief, Telefon)über Produktionsbedingungen und etwaiges Engagement der Firmen.
• Beteiligen Sie sich an Eilaktionen und Kampagnen, verbreiten Sie diese.
• Mehr Individualität liegt ausserhalb der Fussgängerzonen: Stöbern Sie in Secondhand-Shops, nehmen Sie die Nähmaschine zur Hand oder lernen Sie stricken.
• Organisieren Sie in Ihrer Stadt oder in Ihrem Freundeskreis eine Kleidertauschbörse und erneuern Sie damit Ihre Garderobe auf unkonventionelle Weise.

Politisch aktiv werden
• Fordern Sie Transparenz ein über die Beschaffungspraxis (generell und von Berufsbekleidung) in Ihrer eigenen Gemeinde
• Falls Sie selbst Berufsbekleidung tragen: Fragen Sie nach, wo die Kleider hergestellt werden, und ob bei der Beschaffung auf Arbeitsrechte und Ökologie geachtet wurde.
• Setzen Sie sich dafür ein, dass in Ihrer eigenen Gemeinde sozial- und umweltverträglich beschafft wird, z.B. indem die Gemeinde eine Beschaffungspolitik verabschiedet, die soziale (ILO-Kernarbeitsnormen, Arbeitszeitbeschränkung und Existenzlohn), ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit beinhaltet.

Zu guter Letzt
Nehmen Sie sich nicht zu viel auf einmal vor – es ist heute praktisch unmöglich, den perfekten sozialverträglichen Kleiderschrank zu haben.

Setzen Sie sich kleinere und erreichbare Ziele, engagieren Sie sich dafür langfristig und konsequent für das Thema. Ein rigider Konsumverzicht oder Boykott würde den ArbeiterInnen in den Fabriken nicht helfen. Viel besser ist es, bewusst zu konsumieren und immer wieder aktiv an Firmen zurück zu melden, was man sich wünscht: Kleider, die Spass machen, und die nicht auf Ausbeutung aufbauen.
Quelle: http://www.evb.ch, Erklärung von Bern, Clean Clothes Campaign (CCC)